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Hier einige interessante Touren und Stadt/Dorf Beschreibungen

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Mit der Bahn durchs Nagoldtal

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Calw

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Hirsau und das Kloster

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Bad Teinach

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Neubulach

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Altensteig

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Alpirsbach und sein Kloster

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Kloster Maulbronn

 

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Mit der Bahn durchs Nagoldtal

Immer wieder hieß es, dass aus Rationalisierungsgründen die Nagoldtalbahn von Pforzheim über Calw nach Nagold (und von dort weiter nach Horb am Neckar) stillgelegt werden müsse. Doch allen Unkenrufe zum Trotz  verkehrt die Bahn immer noch auf einer landschaftlich wunderschönen Route und als Gästezubringer zu etlichen besuchenswerten Dörfern und Städten.

Schon lange vor der Inbetriebnahme am 1.Juni 1874 war eine Bahnlinie durch das Tal im Nordschwarzwald ein Thema.  Wobei zu bemerken ist, dass Württembergs erste Eisenbahn 1845 von Cannstatt nach Untertürkheim verkehrte.

Noch vor der Nagoldtalbahn wurde 1869-1872 die Bahnlinie von Stuttgart-Zuffenhausen nach Calw realisiert, die unter dem Namen "Württembergische Schwarzwaldbahn", "Württembergische Brennerbahn" bzw. "Kleine Brennerbahn" bekannt wurde.  

Diese ist heute nicht mehr in Betrieb, jedoch setzt sich eine Bürgerinitiative für ihre Wiederbelebung ein. Oberhalb von Hirsau, im Nagoldtal, war im Zuge dieser Strecke der damals höchste Bahndamm der Welt entstanden.  

Die Eisenbahn im Nordschwarzwald, Bd.2,...

Die Eröffnung der Nagoldtalbahn bedeutete schon 1874 eine Erschließung der Gegend für den Fremdenverkehr. Die Zeitungen gaben damals besonders dieser Hoffnung Ausdruck: 

Der Reiz der Neuheit schon wird für diesen Sommer (Anm. 1874) den Strom der Ausflügler ins Nagoldtal lenken; aber auch landschaftliche Reize und eine Anzahl hübscher Punkte und Wirtschaften locken zum Besuche an.
Da dürfte denn doch dem Enzthal und auch der Stadt Neuenbürg (Anm. dem Nachbartal, wo die Bahnstrecke von Pforzheim nach Wildbad verläuft) eine bedeutende Concurrenz erwachsen, doch diese Concurrenz könnte leicht auf die Dauer siegreich werden, wenn sich unser Thal in dieser Beziehung den Rang ablaufen ließe. Wir wollen gewiß Niemanden, auch unseren Wirthen nicht, zu nahe treten, aber sicher ein selbsteigener Vortheil würde es sein, wenn auch sie sich rüsteten, durch vermehrte Annehmlichkeiten in dieser und jener Richtung zum Besuche von Stadt und Gegend mehr und mehr beizutragen, und es Einheimischen und Fremden behaglich und angenehm zu machen. Also Glück auf!"

Die Strecke durchs Nagoldtal kann heute per Rad, zu Fuß, mit dem Auto oder eben mit der  Nagoldtalbahn angegangen werden.  Sie ist sicherlich eine der interessantesten und schönsten  Routen im Nordschwarzwald. Eine fülle von kulturhistorisch bemerkenswerten Stationen säumt die ca. 45 Kilometer lange Strecke von Pforzheim bis Altensteig.

Ausgangspunkt ist die Goldstadt Pforzheim, wo Enz, Nagold und Würm zusammenfließen. In der Bombennacht 1945 ist das historisches Stadtbild von Pforzheim weitgehend untergegangen. Heute unterhält Pforzheim, eine Städtepartnerschaft mit der baskischen Stadt Guernica, welche im spanischen Bürgerkrieg von deutschen Fliegern zerstört wurde. Fährt man entlang dem Fluss Nagold aufwärts, erreicht die Bahn und die Strasse  mit Bad Liebenzell ein erstes attraktives Ziel.  Das Heilbad Bad Liebenzell wird  von der Burg Liebenzell überragt in welchem sich heute ein gutes Restaurant sowie das europäische Jugendforum befindet.  
Eisenbahnreiseführer Baden- Württemberg,...

Fährt man entlang dem Fluss Nagold aufwärts, erreicht die Bahn und die Strasse  mit Bad Liebenzell ein erstes attraktives Ziel.  Das Heilbad Bad Liebenzell wird  von der Burg Liebenzell überragt in welchem sich heute ein gutes Restaurant sowie das europäische Jugendforum befindet.

Nur ein kurzes Stück weiter, erreicht man Hirsau. Ein ehemaliges Kulturzentrum von europäischem Rang. Von diesem zeugen  das Kloster samt Schlossruine (Klosterführung) sowie die einstige Klosterkirche St. Aurelius.
Seit Jahren werden in den erhaltenen Teilen des Klosters Klosterspiele veranstaltet.  Die Ausstellung im Klostermuseum zeigt die historische  Rolle welche das Kloster früher in dem heute 2000 Einwohner-Ort gespielt hat.
Durch das Gedicht „Die Ulme zu Hirsau“ von Ludwig Uhland wurde der Ort ebenfalls bei allen Schülern deutschlandweit bekannt. Erst vor wenigen Jahren wurde diese Ulme aus Sicherheitsgründen (unter großem Protest der Bevölkerung) gefällt.

Calw, die nur wenige Kilometer entfernte Kreisstadt ist der Geburtsort des Schriftstellers Hermann Hesse (1877-1962). Viele Ecken in Calw erinnern an Hesse dem heute von Calw die gebührende Anerkennung entegegengebracht wird.

Im  kleinen Ort  Kentheim wurde die Spinnerei inzwischen wegen permanenter Überflutungsgefahr durch den nahen Fluss geschlossen.  Wahlpolitisch ist Kentheim auf Grund seiner klaren einzigartigen SPD-Mehrheit im Landkreis Calw bemerkenswert. Die einzige Sehenswürdigkeit im Ort ist die Kirche St. Candidus, eine der ältesten Kirchen in Süddeutschland.

Kurz danach erreichen wir Station Teinach, den Bahnhof des  nur wenige Kilometer entfernten Heilbades Bad Teinach. Von hier aus gibt es mehrere Möglichkeiten den Weg fortzusetzen.
Rechte Seite bergauf, links ab, führt die Straße nach Neubulach, dem einstigen Bergwerksstädtchen mit heutigem Schaubergwerk.
Rechte Seite bergauf, geradeaus Richtung Zavelstein, ehemals Deutschlands  kleinste Stadt, und durch das Teinachtal ins bereits erwähnte Bad Teinach.
Über dem Nagoldtal liegt die Burgruine Waldeck, eine der schönsten Burgruinen im Schwarzwald, ein faszinierender Ort der sehr wenig bekannt ist.

Wenn wir an der Nagold weiter flussaufwärts fahren, kommen wir nach Wildberg. Dieser Ort ist weithin für seinen Schäferlauf bekannt.
Die ehemalige Oberamtsstadt Nagold hat einiges Sehenswerte, darunter, wie könnte es anders sein,  wieder eine Burgruine.

Die Nagold  macht nun einen Knick und  fließt nordwestlich weiter. Die Bahnlinie trennt sich nun vom Fluss und führt nach Horb am Neckar.

Bleiben wir dem Fluss treu so bietet sich ein kleiner Abstecher nach Berneck an. Auch Berneck wird von der Burg Berneck überragt.  Zum Abschluss und als Endstation der Tour ladet Altensteig mit wunderschöner Stadtkulisse zum Stadtbummel ein.  

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Calw

Die große Kreisstadt (330 - 600 m ü.M.) des Kur- und Bäderkreises Calw, deren  Altstadt sich im engen Nagoldtal befindet, zählt heute 24 000 Einwohner. Die Stadt, gegründet vom Grafen von Calw,  wurde 1075 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1260 starb das Grafen- Geschlecht aus. 1604 wurde die Grafenburg abgebrochen und ein vorgesehener Schloss- Neubau nie zu Ende geführt.

Die Stadt, zwischen den dichtbewaldeten Hängen im Tal der Nagold, war lange Zeit die bedeutendste Industrie- und Handelsstadt Württembergs mit internationalen Beziehungen. Schon 1590 besuchten Calwer Händler die Messen in Straßburg, Frankfurt und Basel.

Da das enge Tal landwirtschaftlichen Betrieb nicht begünstigte, verlegte man sich auf Handel und Handwerk. Calw war Zentrum der Tuchmacherei und Zeugweberei, von Salzhandel und Holzhandel. Die Calwer Zeughandels- Compagnie brachte durch den Verkauf von Holz, Salz und vor allem Tuch viel Geld herein. Aber leider blieb aus jener Zeit nur die Nikolauskapelle auf der Nagoldbrücke erhalten. Diese wurde um 1400 zu Ehren des heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons der Flößer, gebaut. Die Fenster der gotischen Kapelle zeigen die Wappen reicher Calwer Bürger.

Im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Bayern 1634 die Stadt, 1692 waren es die Franzosen. Bekannt ist der Name der Stadt auch durch den 1833 gegründeten Calwer Verlagsverein und durch den Schriftsteller Hermann Hesse.

Alles andere aus jener Zeit ist vernichtet. Im 17. Jahrhundert brannte Calw gleich zweimal nieder.  Doch hat man die Stadt dann sehr malerisch wieder aufgebaut - mit Fachwerkhäusern aus dem ausgehenden 17. und dem 18. Jahrhundert, die an engen Gassen stehen, mit zwei Marktbrunnen und dem Rathaus, das mit seinen Arkaden 1673 entstand.

Der Dichter Hermann Hesse wurde 1877 hier geboren. Er schwärmte: "Die schönste Stadt von allen aber, die ich kenne, ist Calw an der Nagold." Dafür hat man dem in Calw umstrittenen Dichter, in sehr später Anerkennung, ein Museum eingerichtet.

Wahrzeichen der Stadt ist die schon oben erwähnte Nikolausbrücke samt  gotischer Kapelle. Nur wenige Meter entfernt befindet sich der großzügig angelegte Marktplatz mit den ihm umgebenden Fachwerkbauten und Rathaus (ab 1673).

Am Markt steht auch das Geburtshaus des Schriftstellers Hermann Hesse. Vom Markt führen etliche heimelige Gassen hinab in die Lederstraße und zum Fluss, an dessen rechtem Ufer man in der Bischofsstraße weitere Fachwerkhäuser und repräsentative Bürgerhäuser entdeckt. Dazu zählen das klassizistische Palais des Handelsherrn Johann Martin Vischer, in dem sich heute die Stadtgeschichtliche Sammlung befindet, und das Steinhaus, in dem Hermann Hesses Onkel Friedrich Gundert lebte. Das 1787-91 nach Plänen des Herzoglichen Oberbaudirektors Reinhard Fischer aus Stuttgart erbaute Vischer-Palais bietet mit "Blauem Zimmer", "Damenzimmer" und "Landschaftszimmer" gute Eindrücke früherer Wohnkultur.

Die Stadt hält zur Orientierung des Besuchers eine Broschüre bereit. Mit Hilfe der Broschüre "Stadtgeschichtlicher Weg" kann ein Stadtrundgang bleibende Eindrücke vermitteln.

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Altensteig

Im oberen Nagoldtal befindet sich Altensteig dessen Stadtpanorama sich in steiler Hanglage aufbaut. Die kleine Stadt ist mit ihren Fachwerkhäusern und winkligen Gassen ungemein malerisch. Überragt von der Stadtkirche und dem Schloß ist Altensteigs Stadtkulisse sicherlich eine der schönsten Stadtkulissen Württembergs.

Nach 1230 entstand das Schloss mit spätromanischer Schild- und Wehrmauer und den beiden flankierenden
Türmen, die die Namen "Himmel" und "Hölle" tragen. Gleich daneben befindet sich das zweihundert Jahre jüngere Neue Schloß.

In vier Stockwerken des Alten Schlosses richtete die Stadt ein  Museum ein  - mit Sammlungen zur Geschichte und Volkskunde, Handel und Handwerk im Raum Altensteig.

1985 wurde im früheren Sitz der Vögte, der Pfalzgrafen von Tübingen, ein Heimatmuseum eingerichtet. Das benachbarte Neue Schloß (um 1610) beherbergt das Forstamt.

Die Oberstadt Altensteigs ist fast mittelalterlich ursprünglich erhalten und genießt Denkmalschutz. Nachdem 1990 die Altstadtsanierung abgeschlossen wurde, ist dieser Teil ein gefragtes Wohngebiet und Anziehungspunkt vieler Besucher.

Zur besseren Orientierung der Besucher hat das Verkehrsamt ein Faltblatt zur „historischen Meile“ aufgelegt. Zu allen interessanten Stationen wie z.B.  die Silbermühle, Rathaus, Hegelhaus und die Rokoko- Stadtkirche sind  dort die wichtigsten Informationen  aufgeführt.

Von 1891 bis 1967 verkehrte die erste Schmalspurbahn Württembergs. Sie diente früher besonders für den Holztransport zwischen Nagold und Altensteig. Leider ist von den Gleisanlagen heute nichts mehr übrig, nachdem nach der Einstellung des Zugverkehrs auch die Gleisanlagen abgebaut wurden

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Alpirsbach und sein Kloster

Drei Grafen - Adalbert von Zollern, Rutmann von Hausen und Alwig von Sulz - gründeten 1095 oberhalb des Ortes ein Benediktinerkloster. Die Klosterkirche St. Benedikt ist eine stilreine romanische Säulenbasilika mit sehr klarer Architektur. Das Westportal mit Christus, der auf einem Regenbogen sitzt, gilt als Meisterwerk der Steinmetzkunst. In den Altarnischen sehen Sie schöne alte Malereien aus romanischer Zeit. In einer Nische steht eine Holzbank, eines der ältesten deutschen Sitzmöbel. Sie erkennen sie an den gedrehten Rundhölzern, aus denen sie gefertigt ist.

Von den Klostergebäuden blieben der romanische Kapitelsaal, darüber der im 15. Jahrhundert umgebaute Schlafraum der Mönche, das Refektorium (aus dem späten 15. Jahrhundert) und der Kreuzgang erhalten. (Das Refektorium wurde inzwischen zur katholischen Pfarrkirche ausgebaut. Die Klosterkirche ist nun evangelische Pfarrkirche.)

Kloster Alpirsbach hat nahezu unversehrt die Jahrhunderte überdauert (die meisten anderen Klöster wurden entweder zerstört oder in späteren Jahrhunderten umgebaut). Im spätgotischen Kreuzgang mit seinem Rippengewölbe und den Maßwerkfenstern finden alljährlich zwischen Juni und August die wegen der ausgezeichneten Akustik geschätzten Kreuzgang – Konzerte statt.

Die angegliederte  Galerie ist, bei Ausstellungen, täglich, außer am Montag, geöffnet. Das Museum für Stadtgeschichte zeigt die wechselvolle Geschichte von Alpirsbach. In der Klosterkirche finden die bekannten Klosterkonzerte statt. Subiaco - das einzige Kino im Kloster zeigt in der Regel anspruchsvolle Werke nach Art eines Programmkinos.

Die reizvolle Umgebung von Alpirsbach lädt zu Halbtages- und Tageswanderungen in gemütlichen Ausflugslokalen ein.

Freizeitsportler haben Gelegenheit, jeweils am zweiten Sonntag im September, am traditionellen Wandertag teilzunehmen und beim Internationalen Schwarzwälder Ultra-Rad-Marathon aktiv mitzumachen oder als Zuschauer dabei zu sein. Der Radmarathon findet jedes Jahr am dritten Sonntag im September statt.

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Hirsau und das Kloster

Hirsau.jpg (102116 Byte)Wer heute den kleinen Luftkurort Hirsau im Nagoldtal besucht, kann kaum ermessen, welche politische bzw. kirchengeschichtliche Bedeutung dessen Klöster einst im Mittelalter besaßen.
Auf einem Plateau über dem Flusslauf der Nagold waren 1082 bis 1091 das größte deutsche Kloster und der größte romanische Kirchenbau Deutschlands entstanden - im Mittelpunkt eine dreischiffige, fast 100 Meter lange Basilika mit zwei Westtürmen, die um 1120 fertiggestellt wurden.
Hirsau, das in St.Aurelius rechts der Nagold ein weiteres bedeutendes Benediktiner-Kloster besaß, war damals ein wichtiger Stützpunkt der päpstlichen Partei im Investiturstreit mit dem deutschen König und ein Zentrum mönchischer Reformbewegung, inspiriert vom burgundischen Kloster Cluny in Frankreich. Es war "eine kleine Massenbewegung", die von den Klöstern im Nordschwarzwald ausging, und die zu zahlreichen Neugründungen von Klöstern bzw. deren Übernahme im "Hirsauer Geiste" führte: Der Einflussbereich reichte von Thüringen bis nach Kärnten und Friaul.

Besucherinnen und Besucher erleben heute in Hirsau den geschlossenen Bezirk des Klosters von St. Peter und Paul, dessen Riesenkirche allerdings von französischen Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1692 in Brand gesteckt wurde. Erhalten blieben ihre Umfassungsmauern und vor allem das Wahrzeichen des Ortes, der 37 Meter hohe sog. Eulenturm aus rotem Buntsandstein, den ein rätselhafter romanischer Fries schmückt. Als Ruine zurück blieb auch der gotische Kreuzgang, heute Schauplatz der Klosterspiele, während die Marienkapelle (1516), nun evangelische Ortskirche, die Zerstörungen überstand. Gottfried Ephraim Lessing hatte übrigens noch 1773 den Glasmalereien im zerstörten Kreuzgang eine Abhandlung gewidmet.

Das Kloster St.Peter und Paul wurde 1556 im Zuge der Reformation in eine Evangelische Klosterschule umgewandelt, ehe im Dreißigjährigen Krieg noch einmal katholische Mönche in das Schwarzwaldtal zurückkehrten. Zuvor hatten Württembergs Herzöge im Klosterareal 1586-1592 ein prächtiges dreiflügeliges Renaissance-Schloss errichten lassen, das heute z.B. in Form des Ostflügels als romantische Ruine zu sehen ist. Dort stand bis 1988 jene "Ulme zu Hirsau", der Ludwig Uhland einst ein populäres Gedicht widmete. Grund für den Schlossbau waren die Jagdmöglichkeiten in der Umgebung und die nahen Bäder Bad Liebenzell, Bad Teinach und Bad Wildbad.

Nachdem die Franzosen unter General Mélac am 20.September 1692 Kirche, Klosterschule und Schloss geplündert und in Brand gesteckt hatten, blieben viele brandgeschwärzte Mauern zurück, allerdings nach wie vor hoch aufragend. Bilder zeigen, dass z.B. die einstige Klosterbasilika selbst als Ruine noch den Monumentalbau verriet. Die Einheimischen allerdings benutzten das Areal nun als Steinbruch: So wurde 1803 einem Unternehmen die Eröffnung eines Steinbruches mit der Begründung untersagt, dass noch genug Steine in St.Peter und Paul bzw. vom Schloss vorhanden seien. Erst ein Dekret des württembergischen Königs Friedrich machte 1808 dem Raubbau ein Ende ("das von den schönen Ruinen des Klosters Hirsau nichts abgebrochen und geändert werden sollte"). Heute steht das gesamte Areal selbstverständlich unter Denkmalschutz.

Die politische Gemeinde Hirsau entstand erst 1830 und wurde 1975 nach Calw eingemeindet. Hirsau ist heute Luftkurort mit den entsprechenden Kureinrichtungen, Kurpark, Kurhaus etc. Der historischen Bedeutung Hirsau gerecht wird das 1991 eröffnete Klostermuseum.

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Bad Teinach

Das traditionsreiche Heilbad Bad Teinach, gleichzeitig auch Luftkurort, liegt im Teinachtal, einem idyllischen Seitental der Nagold.  Der Bahnhof, Station Teinach, ist etwa drei Kilometer vom Ort entfernt im Nagoldtal.

Im Gegensatz zu
Bad Wildbad, das schon 1345 ein Begriff war, erlebte Teinach seine Blütezeit unter den Herzögen von Württemberg viel später um 1710. In dieser Zeit wurde ein erstes Palais als Sommerresidenz eröffnet und Herzog Eberhard Ludwig erkor den Ort zum "Fürstenbad" bzw. zur Sommerresidenz der württembergischen Herzöge.

1770 reiste der Herzog Carl Eugen aus Stuttgart mit einem 326köpfigen Gefolge an  u.a. frequentierte man im abgelegenen Schwarzwaldtal ein Opernhaus (!) und die offene Reitbahn.
Seit 1835 führte der kleine Ort mit seinen heute knapp 500 Einwohnern den Titel "Königliches Bad Teinach".

Einige wenige Bauten gehen noch auf die Glanzzeit zurück und geben dem kleinen Bad ein besonders Gepräge.  So ließ König Wilhelm I von Württemberg den Architekten Nikolaus von Thouret im klassizistischen Stil das Badhotel (1980 restauriert), Trinkhalle und Badehaus planen. Ein Teil der historischen Anlagen fiel leider dem Neubau des Kurmittelhauses zum Opfer. Dafür präsentieren sich jetzt das Mineral-Thermal-Bad und der Kurpark als schön gestaltete Einheit.

Besuchenswert ist die Dreifaltigkeitskirche wegen der dort aufgestellten weltweit einmaligen Kabbalistischen Lehrtafel von 1673, "ein höchst merkwürdiges Gemälde mit Flügeltüren", das von der württembergischen Prinzessin Antonia gestiftet wurde und eigenartige Bilder sowie hebräische Schriftzeichen offenbart. Kabbala - hebräisch: Überlieferung - ist eine jüdische Lehre, die unter anderem hinter Zahlen und Buchstaben den verborgenen Sinn der Welt sucht. Ende des 13.Jh. erschien das Hauptwerk der Kabbala, für deren neue Blütezeit im 16./17.Jh. auch die Bad Teinacher Lehrtafel steht.

Bei der Kirche steht der "entwendete" spätgotische Dreischalen-Brunnen aus dem Kreuzgang von Kloster Hirsau, der 1714 auf Befehl des Herzogs nach Teinach geschafft wurde.

Aus Bad Teinach kommt die "Teinacher Hirschquelle", ein gern getrunkenes, weit verbreitetes Mineralwasser.

Wanderziel im Teinachtal sind die strohgedeckten Schwarzwaldhäuser und nicht weit entfernt liegen auch Zavelstein mit seiner Burgruine und via Liebelsberg das ehemalige Bergwerksstädtchen Neubulach.

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Neubulach

Der Luftkurort Neubulach mit Heilstollenbetrieb liegt auf einer sonnenreichen Hochebene (600-650 m) zwischen dem Nagold- und Teinachtal. Das gemässigte Reizklima ist besonders gesundheitsfördernd und heilwirksam bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf und Atemwegen. Das Silberbergwerk bietet die Möglichkeit zur Durchführung von Asthmakuren. Der gesamte Ort ist mit dem historischen Stadtkern, dem Silberbergwerk Hella-Glück und dem Schwarzwälder Mineralienmuseum ein beliebtes Ausflugsziel. 

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Kloster Maulbronn

Die fast 850 Jahre alte ehemalige Zisterzienserabtei Maulbronn, gilt als die am Besten und vollständigsten erhaltene und damit eindrucksvollste Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen. Dies wurde von der UNESCO durch die Ausweisung des Klosters als Weltkulturerbe gewürdigt.

In der Abgeschiedenheit des Salzachtals haben im Jahre 1147 zwölf Mönche aus dem Elsaß mit dem Bau des Klosters begonnen und die Anlage nach den Bauregeln und Merkmalen der in Burgund bereits bestehenden Zisterzienseranlagen errichtet. 390 Jahre haben die Mönche in Maulbronn gelebt, gebaut, gebetet und gearbeitet und dadurch die gesamte Kulturlandschaft in der dem Zisterzienser-Orden typischen Weise geprägt.

Nach der Reformation ließ Herzog Christoph von Württemberg 1556 eine Evangelische Klosterschule einrichten, die 1807 in ein evangelisch-theologisches Seminar umgewandelt wurde und heute noch besteht.

Baugeschichtlich vereint die ehemalige Abtei verschiedene Stilphasen: von der strengen, eher gedrungenen romanischen Bauweise bis hin zur lichten, in die Höhe strebenden gotischen Form. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist die um 1220 entstandene Kirchenvorhalle - das Paradies. Auch die 1178 geweihte dreischiffige, romanische Pfeilerbasilika weist seit dem 15. Jahrhundert spätgotische Einwölbungen auf.

Durch die Geschlossenheit und Vollständigkeit der Gesamtanlage ist Maulbronn zum Inbegriff des mittelalterlichen Klosters geworden, das ein unverfälschtes Bild des klaustralen Lebens vermittelt.

Ein Besuch des Klosters lohnt sich. Am Besten dann, wenn gerade das Klosterfest stattfindet.

Zur Zisterzienser-Abtei Maulbronn schrieb E. Paulus 1882:

"An der südwestlichen Seite des Stromberges, dieses in der Lücke zwischen Schwarzwald und Odenwald sich bis zu tausend Fuß über der Umgegend erhebenden Höhenzuges, mit seinen vielen reich bewaldeten Kuppen und schmalen, von der Welt abgeschiedenen, aber sommerlich warmen Thälern -- liegt in dem gegen Abend, d.h. gegen die Rheinebene, sich öffnenden Salzachthale, ganz hineingezwängt in das enge Wein- und Waldthal, das Kloster Maulbronn, dessen ernste Steinbauten noch von tiefem Graben und hoher mit Thürmen besetzter Mauer umschlossen werden."

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