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Hermann
Hesse
Der
Literatur-Nobelpreisträger aus Calw
Der
Schriftsteller Hermann Hesse ist der in den USA und Japan meistgelesene europäische
Autor. Er erhielt 1946 den Nobelpreis für Literatur und den Goethe-Preis und
wurde 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
Hesse
wuchs in der Schwarzwaldstadt auf und bestand 1891 an der Lateinschule Göppingen
das sog. Landesxamen. Dem Evangelisch-Theologischen Seminar im früheren Kloster
Maulbronn entzog er sich 1892 durch Flucht - Kritik am damaligen
Erziehungssystem hat er später in "Unterm Rad" (1906) thematisiert.
Hesse
geriet in Auseinandersetzungen mit dem pietistischen Elternhaus und hielt sich
zeitweilig in Sanatorien auf. Von 1893 bis 1903 war er u.a. in einer Calwer
Turmuhrenwerkstatt und als Buchhändler in Tübingen tätig.
Seine
ersten Werke waren noch im Stil der deutschen Romantik verfasst und hatten
starke autobiographische Züge. 1904 erreichte er mit "Peter Camenzind"
einen ersten Erfolg und wurde von Beruf Schriftsteller. 1906 war Hesse
Mitherausgeber der antiwilhelminischen Zeitschrift "März" in München.
Von 1904 bis 1912 lebte der Autor in Gaienhofen am Bodensee.
1911
unternahm Hesse eine viermonatige Indienreise. Indische Philosophie und
meditative Elemente haben seine Arbeit stark beeinflusst. Im darauffolgenden
Jahr übersiedelte der Schriftsteller in die Schweiz.
Als
der 1.Weltkrieg beginnt, lebt Hesse in der neutralen Schweiz, liegt nicht vor
Verdun und denkt an Calw: "Mir ist Calw in Gedanken immer Heimat geblieben.
Das halte ich alles im Gedächtnis heilig und lasse keinen Staub darauf
kommen" (1915). "Vaterlandsloser Gesell, der
längst den Staub der heimischen Erde von seinen Schuhen geschüttelt!",
schimpft ihn eine Zeitung. Theodor Heuss, der spätere Bundespräsident,
verteidigt seinen schwäbischen Landsmann, der sich 1914 im deutschen Konsultat
von Bern als Kriegsfreiwilliger gemeldet hat, dort zurückgestellt und der
Kriegsgefangenen-Betreuung zugeteilt wurde. Die Jahre 1914 bis 1918 des
1.Weltkriegs aber sind bestimmt mit ein Grund für
das gestörte Verhältnis der Calwer zu Hermann Hesse.
Wie
oben erwähnt engagierte er sich 1914-1919 in der "Deutschen
Kriegsgefangenen-Fürsorge Bern", dennoch sah er sich Anfeindungen aus dem
kriegführenden Heimatland ausgesetzt. Sein Roman "Demian: die Geschichte
einer Jugend" (1919), der sich mit der Selbstfindung des Menschen beschäftigte,
erschien deshalb unter dem Pseudonym Emil Sinclair und erst ab der 16.Auflage
unter dem Namen des Autors, der sich seit 1917 auch als Maler betätigte.
1904
heiratete Hesse die Photographin Maria Bernoulli. 1924 erhielt er die Schweizer
Staatsbürgerschaft und ging die Ehe mit Ruth Wenger ein. 1931 heiratete er zum
drittenmal, neue Ehefrau wurde die Kunsthistorikerin Ninon Dolbin geb. Ausländer.
Im Roman "Siddharta" (1922), seiner "indischen Dichtung",
zeichnete Hesse den Werdegang des historischen Buddha nach.
Der
1927 erschienene Roman "Steppenwolf" hatte die Konflikte eines
verirrten Intellektuellen mit dem Bildungsbürgertum und die "Krankheit der
Zeit" zum Thema. Hesse hat darin auch Einflüsse psychoanalytischer
Erkenntnis verarbeitet.
"Narziß
und Goldmund" (1930) sind die Figuren eines Abtes und eines Abenteuerers im
Mittelalter. 1933 bis 1945, 1939 bis 1945, die
NS-Zeit und der 2.Weltkrieg. Hesse lehnt Faschismus wie Krieg ab, "oft bis
zum tiefsten Ekel degoutiert." Seine Bücher werden zwar nicht verbrannt,
als er jedoch Kafka und Bloch und Thomas Mann in einem Beitrag lobt, wird er im
Deutschen Reich kritisiert: Er übernehme "die volksverräterische Rolle
der jüdischen Kritik von gestern." In jene Jahre fällt die Geschichte
von den Brunnendrehern. Es wird gesagt, daß der im Jahre 1920
aufgestellte Hesse-Brunnen damals gewendet wurde. So sah das Bildnis des
Schriftstellers nicht mehr zur Straße, sondern von ihr weg (der Brunnen steht
heute an anderem Ort: Gleich bei der Nikolausbrücke, natürlich auf dem
Hermann-Hesse-Platz). 1942, in der NS-Zeit, veröffentlicht
das "Tagblatt", das nun den Namen "Schwarzwaldwacht" trägt,
zu Hesse Geburtstag Verse, "die uns dem Menschen und Künstler nahe sein
lassen." Dies geschieht, obwohl die Nazis angeordnet haben, Hesses
Geburtstag nur mit Distanz zu feiern: Er sei "kein Führer der Jugend"
und seine Arbeit "von einer Moderichtung bestimmt."
"Glasperlenspiel"
(1943), das als Alterswerk und Höhepunkt seiner Arbeit gilt, befasst sich mit
dem Werdegang des Josef Knecht im Gelehrtenstaat Kastalien "und vereint
westliche und östliche Weisheiten. Wegen seines zeitkritischen Inhalts
durfte der Roman in Deutschland erst nach Ende der NS-Zeit verlegt werden.
Neuauflagen von "Steppenwolf" und "Narziß und Goldmund"
waren seit 1939 in Deutschland verboten. Die Preußische Akademie der Künste
hatte der Schriftsteller bereits 1930 verlassen. 1945, mit dem Ende der Nazizeit,
besetzen die Franzosen Calw und der Kulturoffizier, den sie mitgebracht haben,
veranstaltet eine Feier zu Ehren des Autors. 1947 ernennt die Stadt ihren
"größten Sohn" zum Ehrenbürger. 1957 liegt dem Rat der Stadt der
Antrag vor, das Gymnasium nach Hesse zu benennen. Beraten wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit
und so weiß auch unser Gewährsmann nur Inoffizielles: Es fielen im Calwer
Stadtrat in bezug auf Hesses Werk "Narziß und Goldmund" Äußerungen
wie "pornographischer Schriftsteller", man erinnerte sich an den
"faulen Schüler" und befand, daß der kein Vorbild sei für die
Calwer Jugend. Bis auf den Geistlichen, der den "Unser gutes Schilda", hat
Hesse einmal seine Heimatstadt Calw genannt, und auch dies geschrieben:
"Hier ist mir das Tal zu eng." Und das hat der Dichter nicht nur
geographisch gemeint
Hermann
Hesse verstarb am 9.August 1962 in Montagnola im Tessin. Wie aus obigem Text ersichtlich war
Calw nicht immer mit seinem großen Sohn zufrieden. Sicherlich nicht nur wegen
Hesses eigenem zwiespältigen Verhältnis zu seiner Vaterstadt sondern auch
wegen dessen zu damaliger Zeit nicht immer angenehmen Äußerungen,
Einstellungen und Lebenswandel. Wie Zeitzeugen berichten war auch der junge
Hesse nicht gerade Strebsam und Pfegeleicht. Nach der Überlieferung hat er
tagsüber nicht viel getan, außer dass er stundenlang in den Nagold
gefischt hat, viel gedichtet und sinniert hat, ein Tunichtgut war und allerlei
Allodria getrieben hat. Dies alles im tiefsten schwäbischen Calw wo nur der zählt
welcher eben viel schafft. Seit 1964 verleiht die Stadt Calw
den Hermann Hesse-Preis. Seit 1990 gibt es eine hervorragend gestaltete
Hesse-Ausstellung im historischen Haus Schüz am Marktplatz. Diese Ausstellung
wurde vom Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar aufgebaut. In Calw wurden
Gedenktafeln angebracht, das Gymnasium trägt nun doch den Namen des Schriftstellers und
für dessen Schülerinnen und Schüler wurde ein weiterer Hesse-Preis
ausgeschrieben. Mir selbst ist Hesse seit meiner Schulzeit sehr gut in positiver Erinnerung. Besonders auch, da Hesse, wie ich selbst auch, in seiner Jugend einen metallverarbeitenden Beruf gelernt hat. Diese Erfahrungen der Lehrzeit hat er auch schrifstellerisch verarbeitet. Meine Buchtips zu Hermann Hesse:
Ludwig Uhland
Lyriker, Politiker,
Demokrat (1787-1862)
Aus
meiner eigenen Schulzeit ist mir Ludwig Uhland gut in Erinnerung. Es gab keinen
Lehrer bei uns, der nicht darauf bestand, mindestens Die Ulme zu Hirsau
auswendig zu kennen. Bei uns Schwaben gehören die Gedichte, Balladen und
Lieder von Ludwig Uhland einfach zum Allgemeingut.
Vieles
aus seinem Werk ist bis heute populär. Besonders auch, da einige seiner
Gedichte vertont wurden, so "Der
gute Kamerad" ("Ich hatt einen Kameraden..."), "Es zogen
drei Burschen wohl über den Rhein" und das traurige "Die
Kapelle" ("Droben stehet die Kapelle...").
Einerseits
war Uhland romantischer Lyriker, galt jedoch ebenso als Wegbereiter des
politischen Gedichts. Wohl auch weil er als Politiker sehr aktiv und sehr
beliebt war.
Erstmals
1815 erschienenen die "Gedichte" von Uhland. Dieses Buch wurde bis
1875 in über 200 000 Exemplaren gedruckt. Damit war Uhland neben Heine der
populärste Lyriker jener Zeit.
Am
26.April 1787 wurde Uhland in Tübingen am Neckar geboren. Seit ca. 1800
verfasste er Gedichte die erstmals 1807 publiziert wurden. Der promovierte
Jurist arbeitete ab 1814 als Advokat in Stuttgart. 1818 wurde er Mitglied der
"Berlinischen Gesellschaft für deutsche Sprache".
1819 wurde er als Abgeordneter des Oberamtes Tübingen in die
verfassungsgebende Versammlung der württembergischen Landstände gewählt wo er
bis 1826 Landtagsabgeordneter blieb.
Politisch
war Uhland auch im Stuttgarter Griechenverein aktiv, der den griechischen
Freiheitskampf gegen die osmanische Besatzung unterstützte. Später hat er sich
für das polnische Volk engagiert, dessen Aufstand gegen die russische
Herrschaft gescheitert war.
1829
erhält der Jurist und Schriftsteller eine außerordentliche Professur für
deutsche Sprache und Literatur an der Universität Tübingen. Der spätere
Privatgelehrte wird 1845 Ehrendoktor der Universität und korrespondierendes
Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin.
Im Jahr darauf beteiligte er sich am ersten deutschen Germanistenkongreß
in Frankfurt/M.
Zu
seinen Freunden gehörten neben Hölderlin auch
Kerner, Hebel, Schwab, Jean Paul, Hoffmann von Fallersleben, Mörike,
Annette von Droste-Hülshoff und die Gebrüder Grimm.
Als die
Regierung 1833 den Landtag wegen oppositioneller Tendenzen auflöst, ist Uhland
als Stuttgarter Abgeordneter betroffen. Im Revolutionsjahr 1848 lehnt er das
Angebot, württembergischer Innenminister zu werden, ab. Uhland wurde daraufhin
Abgeordneter im ersten gesamtdeutschen Parlament in der Frankfurter Paulskirche,
wo er die vielbeachtete Rede gegen das Erbkaisertum hielt.
Politisch wurde er dem linken Zentrum zugerechnet. Nach dem Scheitern der
Revolution lehnte er aus politischen Gründen hohe Auszeichnungen wie den
"Pour le mérite" und den Maximiliansorden ab.
Im
Alter von 75 Jahren verstirbt Ludwig Uhland am 13.11.1862 in Tübingen.
Da
seine Ehefrau Emilie Vischer (1799-1881), Nachkomme einer wohlhabenden
Kaufmannsfamilie aus dem nahen Calw (Heirat 1820) kam, kannte Ludwig Uhland
Hirsau und das Nagoldtal gut. So hat er die Ulme, die aus der Ruine des zerstörten
Hirsauer Schlosses emporwuchs, selbst gesehen und das Gedicht "Die Ulme zu
Hirsau", das mit der Zeile: "Zu Hirsau, in den Trümmern, da wiegt ein
Ulmenbaum" beginnt, vor 1829 verfasst. Mein Buchtip zu Ludwig Uhland:
Karl Blessingist in Arbeit....
Hans Ludwig Pfeiffer
Zu den
eindrucksvollsten Persönlichkeiten der jüngsten Neuenbürger Stadtgeschichte
gehört ohne Zweifel der Maler und Bildhauer Hans Ludwig Pfeiffer (1903-1999),
der 40 Jahre hier lebte und arbeitete. Seine sozialkritische Installation "Theatrum
mundi" wird am Ort seines früheren Ateliers (Schloss Neuenbürg) dauerhaft zu sehen sein - und
wie schon damals die Gemüter erhitzen. Die Infos zu Herrn Pfeiffer werden bei Gelegenheit noch ergänzt.
Wilhem KustererWilhelm Kusterer wurde am 8.2.1922 in Salmbach geboren. Seit ca. 1960 befasst sich Kusterer mit der Heimatforschung und gründete in Salmbach ein Heimatmuseum mit heute 14 Räumen. (Lohnt sich anzusehen). Seit langer Zeit schreibt er Gedichte und versuchte auch der Mundart in Lyrik und Prosa das gebührende Gewicht zu verschaffen. Bis heute hat er 24 Bücher geschrieben die er hauptsächlich in eigener Regie vertreibt. Sie handeln in allen Variationen um die Heimat und die Geschichte der Heimat. Wilhelm Kusterer, ein netter und bemerkenswerter Mensch. Einige seiner Bücher:
Roy Kieferle
Im
Luftkurort Dobel, im Wagnerstüble,
kocht der 'Vollwertpapst" und Pioneer der Naturkostküche sowie
Fernsehkoch Roy Kieferle. In seinem Restaurant Wagnerstüble kommt die Speisenvielfalt auf Grund der kleinen Speisekarte manchmal zu kurz. Das Restaurant selbst gleicht eher einem Wohnzimmer in dem aller 'Gruschd und Krembel' der Gegend zusammengetragen wurde. Einige seiner Bücher:
Wilhelm Ganzhornist in Arbeit....
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