
von
Emil Härter
Wo
die Tannengipfel rauschen übers Land,
wo vor etlich Jahren noch kein Kirchlein stand,
wo das Wasser selten und das Geld ist knapp,
schreit der kleinste Stümper:
halt bloss Du Dei Lapp.
Wo
man früher den Wald unds Wasser hat verkauft,
wo man heut um's gleich Problem die Haare rauft,
wo man viel ersparte bis zum guten End,
tut man heut entwässern mit fast leere Händ.
Wo
Du schöne Aussicht hast weit über's Land,
wo ein Viaduct gebaut nach Engelsbrand,
wo darunter rauscht der Grösselbach ins Tal,
schenkt uns Pforze Wasser ein für allemal.
Wos
bald nottät, wenn Dei Holz von auswärts hetsch,
wo als kleiner Bürger Du den Preis feschtsetsch,
wo man Bemm akreuzelt, wenn se scho ganz dürr,
fragt man sich ganz leise: krieg I was dafür?
Wo
die Wildsaue wühlen ganze Felder um,
wo man dJagd verpachtet eben drum,
wo man nie den Schaden je ersetzt ho will,
sind die Bürger prächtig, denn sie schweigen still.
Wo
sich mancher Kurgast recht bald heimisch fühlt,
wo en kleiner Knopf sei Wurst durchd Lüftung stiehlt,
wo der Angelstein zeugt von vergangner Zeit,
haschd au Du, mei Liaber zom Hemmel nimmer weit.
Wo
man heut noch rasselt auf die Bundesbahn,
wo stur nach Osten zeigt die alte Wetterfahn,
wo das ganze Jahr der Sturm Dir peitscht ans
Gsicht,
isch
das Wohl des andern fast erste Bürgerpflicht.
Wo
Gesang und Sport einst sehr gepflegt,
wo noch manches Haus die Spur des Krieges trägt,
wo ein Reh, zwei Tannen in dem Wappen sind,
jauchz ich meine Freude hörbar in den Wind.
Wo
ein fleissig Völkle früh zur Arbeit geht,
wo die Sparsamkeit weit überm Luxus steht,
wo sich Wolken jagen weit hinaus ins Land,
das ist mein Waldrennach, mein schönes Heimatland.
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